Harald Weber übernimmt

Ab 2007 setzt der neue Dirigent der Stadtkapelle Harald Weber die von Georg Hartlieb geleistete Arbeit nahtlos fort. Durch die Integration von Jugendmusikern in den Jahren ab 2008 konnte auch der Leistungsstand des Orchesters weiter stabilisiert und noch ausgebaut werden.

Erste Erfolge konnten dann auch gefeiert werden. Beim Wertungsspiel im April in Untermünkheim bei Schwäbisch-Hall konnte in der Höchststufe ein Erster Rang mit Auszeichnung erreicht werden.

Das erstmals seit einem Jahrzehnt wieder durchgeführte Konzert auf dem Marktplatz  im Jahr 2008, bei dem außer den Solisten der Stadtkapelle auch erstmals die Gesangssolisten Christine Groß und Kai Schmidt-Eisenlohr mitwirkten, eröffnete den Zuhörern, aber auch den Musikerinnen und Musikern selbst, ein ganz neues Klangbild von ihrer Stadtkapelle.

Im konzertanten Bereich erweiterte Harald Weber das musikalische Spektrum der Stadtkapelle durch Aufführungen von Originalkompositionen für Blasorchester z.B. von Alfred Reed und Gustav Holst sowie von zeitgenössischen Komponisten.

Die Frühjahrskonzerte wurden als Gemeinschaftskonzerte durchgeführt, so waren z.B. die Spielgemeinschaft des Musikvereins Asbach und der Feuerwehrkapelle Aglasterhausen mit ihrem Dirigenten und langjährigen Musiker der Stadtkapelle Werner Engelhardt zu Gast im Palatin. Im Jahr 2010 war es ein Gemeinschaftskonzert mit der Stadtkapelle Fellbach, das zunächst in Fellbach und dann in Wiesloch aufgeführt wurde.

Die Schützenkapelle aus Holzheim, bei der Harald Weber 16 Jahre als Dirigent wirkte, bereicherte mit ihren Auftritten die Winzerfesteröffnungen in den Jahren 2009 und 2010, nachdem die Stadtkapelle, auf Wunsch der  Bevölkerung, an diesem Ereignis wieder aktiv beteiligt wurde. Im Jahr 2010 wurde dann auch der Seniorennachmittag auf dem Winzerfest wieder von der Stadtkapelle Wiesloch unter der Moderation und mit der Programmgestaltung von Horst Kummerow wieder mit großem Publikumserfolg gestaltet.

Höhepunkt in der musikalischen Arbeit von Harald Weber bis zum Ende des Jahres 2010 war die Uraufführung einer vom Komponisten Josef Jiskra speziell für die Stadtkapelle komponierten rhapsodischen Skizze über das Volkslied „Der Jäger aus Kurpfalz“ unter dem Titel „Venatio Palatina“ beim Frühjahrskonzert der Stadtkapelle am 9. Mai 2010 im Palatin in Wiesloch.

Dieses Stück war dem Winzerkeller Wiesloch zu seinem 75-jährigen Bestehen gewidmet.

Bereits bei der Generalversammlung im Jahre 2008 erfolgte ein Wechsel in der Spitze des Vereins. Sven Kummerow wurde als Nachfolger von Norbert Bönisch, der nicht mehr für dieses Amt kandidierte, zum neuen ersten Vorsitzenden der Stadtkapelle Wiesloch gewählt. Sein Stellvertreter wurde Christian Maurer.

Mit den beiden wurde eine junge Vorstandschaft gewählt, welche mit großem Elan daran ging, die Stadtkapelle auf die neuen gesellschaftlichen Herausforderungen und technischen Gegebenheiten einzustellen.

So wurden für das Vereinsmanagement und die Außendarstellung des Vereins die Mittel des Internets intensiver denn je genutzt. Die neue Homepage der Stadtkapelle, welche im World Wide Web (www) unter der Adresse www.stadtkapelle-wiesloch.de, zu finden ist, gibt Auskunft über die aktuellen Ereignisse im Verein. Auch in der internen Organisation wurden, durch die Bildung von Arbeitsgruppen für die verschiedensten Aufgaben im Verein, neue Wege gegangen. So wurden die anfallenden Tätigkeiten und die damit verbundene Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt und damit der zeitliche Aufwand für die einzelnen Vorstandsmitglieder reduziert.

Auch für die Organisation der einzelnen Veranstaltungen und die Proben- und Auftritte der Stadtkapelle wurden die Möglichkeiten des Internets völlig neu genutzt. Das Erscheinungsbild der Stadtkapelle wurde für Auftritte im Freien durch die Beschaffung von Polohemden und Allwetterjacken wesentlich verbessert. 
Durch die von Horst und Sven Kummerow aufgebauten Kontakte mit neuen Sponsoren konnten diese Beschaffungen relativ günstig für die Stadtkapelle getätigt werden.

Zum Ende des ersten Jahrzehnts im 21. Jahrhundert war die Stadtkapelle Wiesloch mit einem Bestand an ca. 45 aktiven Mitgliedern bei der Stadtkapelle selbst und ca. 25 Mitgliedern bei der Jugendstadtkapelle somit sehr gut aufgestellt, um den Interessen der Mitglieder, gute Musik zu machen und den Interessen der Öffentlichkeit, gute Musik zu hören. Dies um in einer gegenüber den ersten einhundert Jahren der Stadtkapelle völlig geänderten, durch Medien und Kommunikations- und Unterhaltungsvielfalt geprägten Gesellschaft gerecht werden zu können.

Wie hieß es so schön auf dem neuen Werbebanner der Stadtkapelle, der ab 2010 bei den öffentlichen Auftritten mitgeführt wurde: „Wir l(i)eben Musik“.

Im Oktober 2010 wurde in einer Generalversammlung die neue Vorstandschaft mit einem großen Anteil an weiblichen Vorstandsmitgliedern gewählt.

In einer außerordentlichen Generalversammlung wurde am Donnerstag, dem 21. Juli 2011, Horst Kummerow zum neuen Vorstandsvorsitzenden gewählt. Nach dem Rücktritt seines Schwiegersohns Sven Kummerow, der das Amt nach drei Jahren aus persönlichen Gründen 

nicht mehr weiterführen konnte, wurde Horst Kummerow mit deutlicher Mehrheit zum neuen Vorsitzenden des Vorstandes der Stadtkapelle Wiesloch gewählt.  Horst Kummerow stand damit nach 1974 und 1992 erneut an der Spitze des Vereins.

 Das  Winzerfest 2011 wurde von einem neuen Festwirt, Herrn Hans-Peter Küffner aus Hohenlohe, durchgeführt, was für die Stadtkapelle zur Folge hatte, dass sie neben dem Eröffnungsabend am ersten Samstagabend  noch einen ökumenischen Gottesdienst am Sonntagmorgen und einen sich daran anschließenden Frühschoppen zu bestreiten hatte.

 Das Jahr 2012 stand zu Beginn ganz im Zeichen der Probenarbeiten und der Aufnahmen für die neue CD "Stadtkapelle Wiesloch International 2012". Die Aufnahmen erfolgten Ende März im Probenraum des Luftwaffenmusikkorps 2 in Karlsruhe. Die Veröffentlichung erfolgte Anfang März. Die Stadtkapelle war dann im Monat Mai mit zwei der aufgenommenen Titel in der Hörfunksendung "Musik aus dem Land" auf SWR 4 Baden-Württemberg zu hören. Näheres zum Inhalt der CD unter dem Stichwort Tonträger hier in dieser Chronik.

Das Jahreskonzert im Mai 2012 wurde gemeinsam mit der Musikschule Südliche Bergstraße und der Bläserklasse der Merianschule Wiesloch erfolgreich durchgeführt.

Bei der ordentlichen Generalversammlung der Stadtkapelle Wiesloch am Freitag, 19.10.2012, wurde der bisherige Vorstand im Wesentlichen bestätigt. Vorsitzender blieb für die nächste Amtszeit Horst Kummerow. Dieter Goldschmidt wurde als Stellvertreter des Vorsitzenden für den nicht mehr kandidierenden Norbert Bönisch gewählt.

Höhepunkt des Jahres 2013 war der erneute Besuch der Stadtkapelle über Pfingsten bei der Musikkapelle Taisten im Südtiroler Pustertal. Mit 50 Musikerinnen und Musikern sowie ebenso vielen Familienmitgliedern (also insgesamt 100 Wieslochern) wurden die Kontakte zwischen den Musikanten aus Südtirol und den Wieslocher Musikerinnen und Musikern vertieft. Insbesondere die jüngeren Mitglieder der beiden Orchester sollten die Gelegenheit haben, sich kennen und schätzen zu lernen um die seit nunmehr 35 Jahren währende Freundschaft weiterführen zu können. Bei gemeinsamen Ausflügen in die herrliche Südtiroler Bergwelt der Dolomiten und einem Gemeinschaftskonzert auf hohem Niveau der beiden Orchester wurden wunderschöne Stunden  verbracht.

Das Jahr 2013 endete dann mit dem Kirchenkonzert, das gemeinsam mit dem Männergesangverein Frohsinn Baiertal und dem Frauenchor Bellacanta, ebenfalls Baiertal, in der Dreifaltigkeitskirche in Wiesloch durchgeführt wurde. Die Presse sprach von musikalischen Spitzenleistungen die sowohl von der Stadtkapelle Wiesloch als auch von den beiden Chören erbracht wurden.

Das Jahr 2014 begann für die Stadtkapelle Wiesloch mit einem großen Erfolg. Bei dem seit langen Jahren erstmals wieder durchgeführten Wertungsspiel für Konzertmusik des Blasmusikverbandes Rhein-Neckar in Brühl stellte sich die Stadtkapelle Wiesloch am 22. März 2014 unter der Leitung von Harald Weber den Wertungsrichtern in der Leistungsstufe 5 "sehr schwer".  Für den Vortrag des Selbstwahlstückes "Festive Music" des ungarischen Komponisten Frygies Hidas und der Sätze  Renaissance Dance, Belly Dance, Tango aus den "Symphonische Tänzen" des japanischen Komponisten Yosuke Fukuda erhielt die Stadtkapelle 91,7 von 100 möglichen Punkten und damit die Bewertung "mit hervorragendem Erfolg" teilgenommen. Die Stadtkapelle war mit 65 Musikerinnen und Musikern das größte der 9 teilnehmenden Orchester und erzielte auch an diesem Tage die höchste Punktzahl. Die Spitzenposition unter den Orchestern im Rhein-Neckar-Raum war damit wiederum bewiesen.

Damit kann die Stadtkapelle Wiesloch als einziges Orchester des Kreisverbandes Rhein-Neckar für sich in Anspruch nehmen bei allen durchgeführten Wertungsspielen dieses Verbandes in den letzten 30 Jahren jeweils zu den besten Orchestern gehört zu haben. Dies ist das Ergebnis einer sehr guten Jugendausbildung in über 25 Jahren währender Kooperation mit der Musikschule Südliche Bergstraße und einer stets leistungsorientierten Vereins- und Orchesterführung.

Das Jahreskonzert im Mai 2014 wurde gemeinsam mit der Jugendstadtkapelle Wiesloch unter Karin Seibel und mit dem Flötenensemble "Il Conventello" durchgeführt und erntete ebenfalls viel Applaus. Mit diesem von der unvergessenen und leider viel zu früh verstorbenen Flötenlehrerin Monika Braschkat an der Musikschule Südliche Bergstraße begründeten Ensemble verbindet die Stadtkapelle mehr als freundschaftliche Bande.

Anfang Juli war die Stadtkapelle zu Gast beim OpenAir-Konzert der Stadtkapelle Langenau bei Ulm und wusste dabei sowohl durch eine sehr gute musikalische Leistung als auch durch einen von den Gastgebern besonders anerkannte gesellschaftliche Geschlossenheit zu überzeugen.

Das Fest "Wein und Musik" an Himmelfahrt war, dank der guten Witterung und dank der hervorragend aufspielenden musikalischen Gäste von Musikverein Pfaffengrund und von Brassband und Fanfarenzug aus Mühlhausen wiederum ein voller Erfolg.

Erstmals seit mehreren Jahren wurde im Musikpavillon auf der Gerbersruhe am letzten Sonntag im Juli eine Serenade gespielt. Neben der Stadtkapelle waren hierbei die Jugendstadtkapelle und als Gäste die Band "Xswingt" mit von der Partie. In lockerer Picknickatmosphäre war diese Veranstaltung ein voller Erfolg zu dem auch die Bewirtung durch den Malteser Hilfsdienst beigetragen hat.

Mit dem Konzert zum Advent, in der evangelischen Stadtkirche wurde ein sehr erfolgreiches Jahr 2014 dann nochmals auch musikalisch überzeugend abgeschlossen.

Trotz intensiver Bemühungen gelang es nicht zur im Januar 2015 anstehenden Generalversammlung mit Neuwahlen an Stelle von Horst Kummerow, der nicht mehr kandidieren wollte, einen neuen ersten Vorsitzenden zu finden.

Der 2015 ins Amt gewählte Vorstand

Horst Kummerow erklärte sich dann bereit unter den Voraussetzungen, sich spätestens im Frühjahr 2017 nicht mehr um einen Nachfolger bemühen zu müssen und solange es aus persönlichen Gründen möglich sei, noch zwei Jahre dieses Amt zu bekleiden auch um das 120jährige Jubiläum der Stadtkapelle im Jahr 2016 mit vorzubereiten und ggf. mit durchzuführen.

Das Programm des Jahreskonzerts 2015 stand ganz im Zeichen des Kriegsendes vor 70 Jahren und war eine emotionale Zeitreise und ein musikalischer Rückblick in jene Tage, als der Zweite Weltkrieg viele Länder erschütterte. 70 Jahre nach Kriegsende hatten die Verantwortlichen der Stadtkapelle dieses Thema für ihr traditionelles Jahreskonzert aufgenommen und rund 400 Besucher im Staufersaal des Palatins zeigten sich beeindruckt.

Mit „Pictures of Alsac“ von Johan Nijs startete der Nachmittag mit der Jugendstadtkapelle unter Leitung von Karin Seibel, diesmal mit „eigener Ansage“, denn Leonie Fiala hatte diesen Part übernommen. Der musikalische Nachwuchs konnte dabei den Besuchern beweisen, dass man sich mit jedem Auftritt weiter verbessert, mit Herz bei der Sache ist und sich durchaus auch an anspruchsvolle Kompositionen wagt. Alex Poelmanns „D-Day“, von der Stadtkapelle virtuos umgesetzt, führte die Konzertbesucher zurück in jene Tage der Invasion und beim „Geheimnis der weißen Rose“ wurden Erinnerungen an die gleichnamige Widerstandsgruppe, die von 1942 bis 1943 gegen das Naziregime aktiv war, wach gerufen. Mit „The March from 1941“, ein Werk des Komponisten John Williams, unterstrich das Ensemble mit Perfektion und Klangfülle sein Können, um dies bei der Umsetzung der Titelmusik des Films „Schindlers Liste“ eindrucksvoll zu wiederholen. Als Solist trat hier Tobias Hohl mit der Violine auf. Ein Requiem für Soldaten (von Michael Kamen), ein Thema aus der amerikanischen Serie „Band of Brothers“, setzte Gefühle frei und ein Medley von Klaus Doldinger rund um die Titelmelodie des Filmklassikers „Das Boot“ rundete das anspruchsvolle Programm ab.

Nach dem wiederum sehr gelungenen Fest „Musik und Wein“ an Himmelfahrt beim Winzerkeller war nach weiteren gelungenen Auftritten in der Region das OpenAir-Konzert auf dem Marktplatz unter dem Titel „Italienische Nacht“, veranstaltet mit der neu eröffneten Trattoria Italia ein weiterer Höhepunkt im Jahreskalender 2015. Mit einem Wunschkonzert bei der Serenade auf der Gerbersruhe wurden die Wünsche der Mitglieder und Freunde der Stadtkapelle erfüllt.

Letztmals mit dem Festwirt Hans Peter Küffner wurde das Winzerfest mit der musikalischen Umrahmung der Eröffnung und der Begleitung des ökumenischen Gottesdienstes sowie dem Frühschoppenkonzert wieder erfolgreich mitgestaltet.

Das Konzert zum Advent, im Jahr 2015 in der katholischen Dreifaltigkeitskirche aufgeführt war der beeindruckende Abschluss eines sehr erfolgreichen Jahres 2015

Zum Auftakt intonierte die Stadtkapelle „Fanfare & Chorus – La Mourisque“ von Dietrich Buxtehude und Tylman Susato, ein Werk, das getragen und doch intensiv wirkt, verknüpft mit einem Hauch von Leichtigkeit. Eine Herausforderung dann der „Feierliche Zug zum Münster“ aus der Wagner Oper „Lohengrin.

Adventskonzert 2015 in der DreifaltigkeitskircheEhe es mit einem zeitgenössischen Werk des belgischen Komponisten Charles Michiels weiterging, sprach Pfarrer im Ruhestand Berthold Enz. Er leitet auf das Werk über, beschrieb das Stück „Three famous Cathedrals“ als eine musikalische Bereicherung für all jene, die selbst bereits einen Blick auf die stattlichen Gotteshäuser in Abi, Chatres und Amiens in Frankreich geworfen haben. Enz bezeichnete die konzertante Umsetzung als „musikalische Wallfahrt“ und erinnerte in seiner Ansprache an die „bewegte und gefährliche Zeit“, in der man heute lebe. Erfreut zeigte er sich über den „ökumenischen Charakter“ der Adventskonzerte, die jeweils im jährlichen Wechsel in einem katholischen oder evangelischen Gotteshaus stattfinden.

Mit „Praise the Lord“ von Vaclav Nelhybel wurden dem Publikum ein großes Facettenreichtum zum Thema „Lobet den Herren“ dargeboten. Um die klangliche Korrektheit wiederzugeben hatte die Stadtkapelle eigens ein spezielles Glockenspiel gekauft, um eine originalgetreue Wiedergabe des auf Orgelvariationen basierenden Werkes zu gewährleisten. 

Mit „Nimrod“ aus „Enigma Variations“ von Edward Elgar begann der letzte Teil des Konzertes, das mit dem „Abendsegen“ aus der Oper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck seinen krönenden Abschluss fand. Gemeinsam wurde dann noch „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ gesungen. 

120 Jahre Stadtkapelle Wiesloch

Anlässlich des 120jährigen Bestehens der Stadtkapelle stellte der Vorstand mit Horst Kummerow an der Spitze einige der Regelveranstaltungen im Jahr unter das Motto „120 Jahre Stadtkapelle Wiesloch“.

Das Jahr begann mit einer Neuerung, denn erstmals in der Geschichte des Neujahrsempfangs der Stadt Wiesloch begleitete die Stadtkapelle Wiesloch anlässlich ihres Jubiläums diese Veranstaltung. Das Besondere an diesem Neujahrsempfang am 10. Januar 2016 war die Verabschiedung des bisherigen Oberbürgermeisters Franz Schaidhammer und die Vereidigung des neuen Oberbürgermeisters Dirk Elkemann. Die Stadtkapelle spielte hierzu unter anderem die Auftragskomposition „Venatio Palatina“ und den „Harmonisierten Zapfenstreich“.

Musikalischer Höhepunkt war dann das Jubiläumskonzert am 24. April im Palatin. Im erstmals bei einem Konzert der Stadtkapelle ausverkauften Staufersaal gaben  die 61 Musikerinnen und Musiker unter Dirigent Harald Weber ein beeindruckendes Zeugnis von sehr guter symphonischer Bläsermusik. Hauptwerk des Abends waren, neben „Venatio Palatina“, die „Armenischen Tänze Nr. 1“ von Alfred Reed. Dieses klassische Werk für symphonisches Blasorchester wurde ebenso mit Begeisterung aufgenommen, wie die „Fanfare fort the common man“ von Aaron Copland oder die Gesangsnummern „Sparkling Diamond“ mit Tine Groß und „Wir haben noch jeden Berg geschafft“ mit Kai Schmidt-Eisenlohr. Bei der Darbietung von „Music“ von John Miles mit Tine Groß (Gesang) kam richtige Gänsehautstimmung auf. Anlässlich des Jubiläums wurde der langjährige Vorsitzende Horst Kummerow vom Verein zum Ehrenvorsitzenden ernannt und von Oberbürgermeister Elkemann mit dem Ehrenteller der Stadt Wiesloch ausgezeichnet.

Stadtkapelle Wiesloch im Jubiläumsjahr 2016Bereits am Vorabend waren die aktuellen und einige ehemaligen Musikerinnen und Musiker der Stadtkapelle zusammen gekommen um gemeinsam auf die vergangenen Erlebnisse zurück zu blicken.

An diesem Abend gab auch eine Besetzung in der alle Familienmitglieder die aktuell in der Stadtkapelle gemeinsam musizierten einen einmaligen Auftritt. Hier fanden dann über drei Generationen sowie Brüder und Schwestern zu einem über 30 Musikerinnen und Musiker starken Ensemble einen sehens- und hörenswerten Auftritt zusammen.

Die übrigen Veranstaltungen in 2016 wie das Fest „Wein und Musik“ das Open-Air auf dem Marktplatz oder das Adventskonzert wurden dann wiederum mit großem Erfolg durchgeführt.

Besonders zu erwähnen sind noch das Serenadenkonzert auf der Gerbersruhe, das gemeinsam mit dem „Kraichgau-Fanfarenzug Mühlhausen“ bestritten wurde und das Gala-Konzert des „Musikkorps der Bundeswehr“ unter Oberstleutnant Scheibling im Palatin.

Das Jahr 2017 war zunächst geprägt von der Suche nach einem/einer neuen Vorsitzenden, nachdem Horst Kummerow bereits bei der Wahl in 2015 angekündigt hatte, das Amt ab 2017 nicht fortführen zu wollen. Nach intensiver Suche und unzähligen Gesprächen erklärte sich schließlich Norbert Bönisch bereit, „übergangsweise“ das Amt nochmals zu übernehmen. Unterstützt wurde er hierbei insbesondere von Dieter Goldschmidt der zu seinem Stellvertreter gewählt wurde und von den bisherigen Mitgliedern des Vorstandes die weitgehend in ihren Ämtern bestätigt wurden.

Auch das Jahr 2017 war wiederum geprägt von den „Standardterminen“ wie das Jahreskonzert Anfang Mai, dem Sommertagszug, dem Fest „Wein und Musik“, dem Open-Air auf dem Marktplatz, dem Serenadenkonzert auf der Gerbersruhe und dem Kirchenkonzert in der ev. Stadtkirche. Mit den sehr stimmungsvollen Auftritten beim Mühlenkonzert des Kraichgau-Fanfarenzuges in Mühlhausen sowie beim Musikverein Blaue Husaren in Hockenheim auf dem Gelände des ehemaligen Fahrerlagers des Hockenheimrings wurde die musikalische Visitenkarte auch einmal in der Region abgegeben.

Jahresübersicht 2018

Beim wieder sehr gut besuchte Jahreskonzert 2018 waren von der Stadtkapelle unter anderem der Königsmarsch von Richard Strauss, die Komposition von Philipp Sparke und den“ Pequena Czardas“ mit Will Fischer als Solisten am Altsaxophon zu hören. Mit der „80er Kult-Tour“ wurden die Neue Deutsche Welle im Palatin wieder lebendig.

Jahreskonzert 2018 im Palatin

Stadtkapelle Wiesloch Kooperationsorchester der Musikhochschule Mannheim

An der Staatlichen Musikhochschule Mannheim ist bereits ab dem Wintersemester 2016/2017 das Landeszentrum für Dirigieren Baden-Württemberg und  das Ausbildungszentrum für Blasorchesterleitung angesiedelt. Im Rahmen der Kompetenzinitiative der Hochschulen ist dies das einzige Dirigierzentrum in Baden-Württemberg.

Zur Eröffnung des Wintersemesters 2018/2019 des Landeszentrums für Dirigieren Baden-Württemberg fand unter dem Titel „AUFTAKT“ am Donnerstag, 25. Oktober 2018 mit „FLASHING WINDS – Das Festival der Bläsermusik“ eine Konzertgala der besonderen Art statt.

Die Stadtkapelle Wiesloch war vom Leiter des Ausbildungszentrums Herrn Prof. Hermann Pallhuber eingeladen an diesem besonderen Konzertereignis teilzunehmen. Für die Stadtkapelle Wiesloch unter der Leitung von Harald Weber war es eine besondere Ehre bei diesem Festival dabei zu sein; war sie unter den teilnehmenden Ensembles das einzige von einem Musikverein getragene symphonische Blasorchester mit ständiger Besetzung. Alle anderen Ensembles hatten Projektcharakter.

Die Stadtkapelle Wiesloch in der Ephiphaniskirche in Mannheim 2018

Die Stadtkapelle Wiesloch war das größte der teilnehmenden Orchester und wurde von dem sachverständigen Publikum für die Darbietung sehr gelobt. Mit Charme und sachverständig wie immer von der Moderatorin Sandra Goldschmidt vorgestellt, setzten Dirigent Harald Weber und seine 70 Musikerinnen und Musiker mit der in Europa nicht sehr häufig gespielten „Lake Washington Suite“ von John P. Zdechlik ein erstes Ausrufezeichen. In der akustisch nicht sehr einfachen Epiphaniaskirche in Mannheim-Feudenheim wurde diese Suite sehr feinfühlig und mit hoher Musikalität vorgetragen.

Besonderen Applaus erhielt dann Solist Robert Bönisch mit seinem Flügelhorn für den Vortrag des Stückes „Share my Yoke“.

Mit einem Klassiker der symphonischen Blasmusik, der „Theatre Music“ von Philipp Sparke zeigten dann alle Register für sich und das Orchester zusammen einen sehr gelungenen und wiederum beeindruckenden Vortrag.

Bei dem abschließenden Stück „Band of Brothers“ war dann nochmals Gänsehautstimmung angesagt, so dynamisch und doch einfühlsam wurde dieses Glanzstück der Stadtkapelle dargeboten.

Oberstleutnant Matthias Prock, der Leiter des Heeresmusikkorps Ulm lobte in einer kurzen Ansprache nach dem Auftritt die Stadtkapelle Wiesloch für ihre gelungenen Vorträge und hob besonders die sehr gute und sehr engagierte Arbeit des Dirigenten Harald Weber hervor. Ein nicht alltägliches Lob aus berufenem Munde.

Nach dem Auftritt in Mannheim im Oktober fand das ereignisreiche Jahr 2018 mit einem sehr stimmungsvollen Adventskonzert in der evangelischen Kirche einen würdigen musikalischen Abschluss und alle Musikerinnen und Musiker sowie die Dirigenten Pascal Morgenstern für die Jugendstadtkapelle und Harald Weber für die Stadtkapelle konnten auf ein erfülltes und erfolgreiches Jahr zurückblicken.

Adventskonzert 2018 (Bild H.Pfeifer)

In der im Januar 2019 durchgeführten Generalversammlung wurde, nachdem Norbert Bönisch für eine weitere Amtszeit als Vorsitzender nicht mehr zur Verfügung stand, wie schon 2017 angekündigt, Michaela Maurer als erste weibliche Vorsitzende der Stadtkapelle Wiesloch in das Amt gewählt. Die Wahl von Michaela Maurer war deutliches Zeichen für die Präsenz von weiblichen Mitgliedern im Orchester und in der Vereinsarbeit. Ein Prozess der vor nahezu vierzig Jahren begonnen hatte, wurde damit vollendet! Norbert Bönisch erklärte sich bereit, die neue Vorsitzende mit seiner Erfahrung als Stellvertreter für diese Amtszeit zu unterstützen.

Das Jahr 2019 war dann bestimmt von der Arbeit des neuen Vorstandes und dessen Einsatz, die Veranstaltungen der vergangenen Jahren, wenn auch mit der einen oder anderen Änderung oder Ergänzung, erfolgreich fortzusetzen. 

Zur Vorbereitung auf das Jahreskonzert 2019 verbrachte die Stadtkapelle im April ein sehr erfolgreiches und auch für die Kameradschaft wertvolles Probenwochenende in Oberdielbach im Odenwald. Der Höhepunkt dieses Treffens war eine Planwagenfahrt mit drei Pferdegespannen rund um den Katzenbuckel.

Die Teilnehmer des Probenwochenendes in Oberdielbach 2019

Am Muttertag 2019 hatte die Stadtkapelle zu ihrem traditionellen Jahreskonzert in das Palatin eingeladen und konnte dabei so viele Besucher begrüßen wie selten zuvor bei einem solchen Konzert.

Die Qualität der bei diesem Konzert dargebotenen Musik hat sich in Wiesloch und in der Region herumgesprochen und die Besucher wurden nicht enttäuscht. Die neue Vorsitzende des Vorstandes Michaela Maurer nutzte diesen ersten großen Auftritt „Ihres“ Orchesters um sich denn auch persönlich vorzustellen. Um es vorweg zu sagen: Michaela Maurer war durch Ihre Art mit dem Publikum zu kommunizieren einer der Überraschungen dieses Abends.

Unter der Leitung von Pascal Morgenstern musizierte die Jugendstadtkapelle ruhig und unaufgeregt. Mit „Ayre and Dance“ von Bruce Pearson, Ranger Rock von Brian Connery, „Black Forest Ouverture“ von Michael Seeny, „The Lost Lady Found“ von Percy Grainer und dem Stück “Get up and go” von Stefan Schwalgin wurden dem Können der jungen Musikerinnen und Musiker angemessene Stücke einfühlsam dargeboten und der Charakter der Stücke durch eine sehr gute Harmonie dem Publikum näher gebracht.

Gleich mit dem ersten Stück der nach der Jugendstadtkapelle die ganze Bühne ausfüllenden Stadtkapelle Wiesloch wurde den Besuchern dann eine exzellente Kostprobe der symphonischen Bläsermusik dargeboten. Mit der Interpretation der Komposition „ Il Giudizio Universale“ (Das Jüngste Gericht) des Italieners Camillo de Nardis in der Bearbeitung von Franco Cesarini wurde die Stadtkapelle Wiesloch allen Facetten der Bläsermusik gerecht.

Hier ein Zitat aus dem Bericht der Rhein-Neckar-Zeitung zu diesem Stück:

Ob Soli in schlichtem Piano oder kraftvoll vorgetragene Fanfaren zum Jüngsten Gericht in strahlendem Fortissimo, ob für die Musiker anspruchsvolle technische Stellen in den einzelnen Registern oder an den einzelnen Pulten, ob in Andante oder in Allegro Vivace, das Publikum war im wahrsten Sinne des Wortes von diesem Stück „elektrisiert“. Es ging unter die Haut, wobei die eine oder andere der Fortissimo -Stellen für den einen oder anderen mehr an Kammermusik oder volkstümliche Blasmusik interessierten Besucher dicht an der Empfindungsgrenze lagen. Eine Sternstunde der Bläsermusik in der nun über 120jährigen Geschichte der Stadtkapelle Wiesloch. Dirigent Harald Weber hat damit die Messlatte für weitere konzertante Auftritte noch etwas nach oben gelegt.“

Mit der Darbietung der von Jan van der Roost unter dem Titel „Puszta“ komponierten vier Zigeunertänze und dem  Marsch „Here´s to Good Ol`Yale“ von Charles Ives ging es dann in die Pause.

Nach der Pause war dann mit den musikalischen Höhepunkten aus den Musicals „A Chorus line“ und „Phantom der Oper“ Musicaltime im Palatin angesagt. Den musikalischen Schlusspunkt setzte dann wieder einmal mehr Sänger Kai Schmidt-Eisenlohr mit dem Song „This is the Moment“ aus dem Musical „Mr. Jekyll and Mr. Hyde“ sowie der Interpretation des von Frank Ramond komponierten und von Roger Cicero gesungenen Liedes „Ich atme ein“. Mit zum Gelingen des Konzertes trug auch wieder Sandra Goldschmidt bei, die mit ihrer nicht überladenen aber sehr authentischen Moderation stets eine gute Einstimmung auf die Stücke gab.

Damit war aber noch nicht Schluss mit diesem Konzert, denn es gab noch ein ganz besonderes „Schmankerl“ am Schluss. Die aus Musikern der Stadtkapelle  Wiesloch für den Blasmusikwettbewerb bei den Freunden der Musikkapelle Taisten im Herbst 2018 gebildete Blechbläserformation „Jagdfieber“ spielte dann nochmals groß auf. Moderiert wurden die Beiträge von Jagdfieber von Sven Kummerow, dessen Sohn Mattis zu seinem 16. Geburtstag noch mit einem Happy Birthday beglückt wurde.

In der Veranstaltung „One Night on Broadway“ des Musikvereins Aichhalden/Schwarzwald gab die Stadtkapelle Wiesloch als Gast eine sehr gute, viel beachtete musikalische Visitenkarte ab. Aichhalden ist der Heimatverein der Vorsitzenden Michaela Maurer, über die diese Verbindung zustande kam.

Mit dem sehr erfolgreichen Fest „Wein und Musik“ im Mai, dem Open-Air-Konzert auf dem Marktplatz und dem Adventskonzert in der ev. Stadtkirche wurden im Jahr 2019 weitere erfolgreiche Auftritte absolviert.

Am 3. Oktober 2019 konnte dann die Stadtkapelle ihr langjähriges förderndes Mitglied und großem Fan Frau Elfriede Pfohl zu deren 100jährigen Geburtstag mit einem ganz besonderen, einzigartigen Konzert im Seniorenheim Haus Kurpfalz gratulieren!

Die Vorbereitungen für das Jahreskonzert 2020 und die übrigen Veranstaltungen und Auftritte hatten schon begonnen, als zu Jahresbeginn das Corona-Virus aus China nicht nur der Stadtkapelle Wiesloch sondern der ganzen Welt einen dicken Strich durch fast sämtliche Vorhaben machte.

Der Probenbetrieb musste eingestellt werden und alle Konzerte und Veranstaltungen für das Jahr 2020 fielen leider der Pandemie zum Opfer. Um sich dennoch den zahlreichen Freunden zu zeigen, wurde eine Videokollage produziert, in der die Musikerinnen und Musiker zu Hause gemeinsam den Marsch „Hoch Badner Land“ intonierten. Dieses Video wurde über die sozialen Medien verbreitet. 

Hoch Badner Land in der Corona Edition

In kleinen Gruppen wurden dann auch noch den Bewohnern der Wieslocher Seniorenheime Ständchen gespielt, die sowohl bei den Senioren als auch in der Öffentlichkeit entsprechend freudig aufgenommen und auch gewürdigt wurden.

2020: Ständchen für die Senioren im Haus Blumeneck in Frauenweiler

Geprobt wurde dann, ebenfalls unter Beachtung der Hygienevorschriften, im Juli unter freiem Himmel auf dem Gelände des Musikkameraden Fernando Moroni der dies dankenswerter Weise bereitgestellt und auch für die Getränke gesorgt hat.

Probe unter freiem Himmel bei Fernando Moroni

Lediglich ein öffentliches Konzert konnte Ende September bei der Winzerrast der „Winzer von Baden“ bei der Kelterhalle in Wiesloch, unter Beachtung der Corona-Regeln gespielt werden. Auch das traditionelle Adventskonzert am Ersten Adventssonntag konnte leider, trotz Vorbereitungen in kleinen Ensembles nicht durchgeführt werden.

Das Jubiläumsjahr 2021, die Stadtkapelle wird 125 Jahre alt.

Die Festwoche um den Feiertag Christi-Himmelfahrt im Mai 2021 war schon geplant, die Bands schon bestellt, das Festzelt reserviert, die Spannung und Vorfreude war groß……. Aber das Corona-Virus bestimmte auch noch im Jahr 2021 unser Vereinsleben. Wurden noch zu Weihnachten 2020 die aktiven Musikerinnen und Musiker vom Vorstand noch mit einem Überraschungspäckchen mit einer Mund-Nasen-Schutzmaske als Inhalt beschenkt, so wurde das Jubiläumsjahr so ganz anders als die Verantwortlichen um die Vorsitzende Michaela Maurer sich das gedacht und vorgestellt hatten.

Vor dem nächsten „Lockdown“ im Oktober 2020 gelang es noch mit den Musikerinnen und Musikern Register- und Einzelfotos zu machen, aber das klassische Gruppenbild war leider nicht mehr zu realisieren.

Mit der vorstehenden Collage der 51 Musikerinnen und Musiker wurde ein erster Eindruck über die Stärke der Mannschaft und die einzelnen Mitglieder erzeugt:

125 Jahre Stadtkapelle Wiesloch

 

Pünktlich zum eigentlichen Festwochenende im Mai hat sich der Verein was besonderes ausgedacht. Ein Jubiläumsvideo, dass zeigt, wieso der Verein so alt und erfolgreich werden konnte, wurde veröffentlicht. Vielen Dank an die vielen Unterstützer, aber vor allem an den Hauptsponsor Schweikert IT und an Hammer Promedia für die Umsetzung.