Bei angenehm sommerlichen Temperaturen fand das Serenadenkonzert der Stadtkapelle Wiesloch am Sonntagabend im Gerbersruhpark statt. Der Vorsitzende Horst Kummerow begrüßte die Gäste. Den Anfang machten die Junioren unter Karin Seibel. Etwa zwanzig Jungen und Mädchen spielten rhythmisch genau und sauber drei muntere Stücke: „China Town“, Let’s disco“ und „Let’s swing“. Die Moderation der Beiträge von Junioren und Jugendstadtkapelle übernahm souverän Leonie Fiala. Die etwa 20 Jugendlichen der Jugendstadtkapelle präsentierten sich mit dem spanischen Marsch „Coronado“, einem Abba-Medley und einem Medley der bekanntesten Melodien aus den Star-Wars-Filmen. Horst Kummerow bemerkte voller Stolz: „Die Musiker der Jugendstadtkapelle werden von Mal zu Mal besser“. Als Zugabe spielten die Jungen und Mädchen noch einen flotten Gospelmix aus „Down by the Riverside“ und „Oh, when the Saints“.

Das weitere Konzert stand dann ganz im Zeichen der Kooperation von Stadtkapelle Wiesloch und Kraichgau Fanfarenzug Mühlhausen. Mit Fanfaren, Trommeln, Standarten und Fahnenschwingern marschierten die Landsknechte aus Mühlhausen durch den Gerbersruhpark auf die Bühne. Dabei spielten sie rhythmisch exakt und dynamisch differenziert. Dafür sorgte der musikalische Leiter Volker Wachter.

Die Moderatorin Sandra Goldschmidt beschrieb die Kooperation zwischen Stadtkapelle und Fanfarenzug und betonte dabei, wie angenehm die musikalische Zusammenarbeit sich gestaltet hat. Man achte sich gegenseitig als besten musikalischen Klangkörper der jeweiligen Gattung in der Region. Als Beweis des harmonischen Miteinanders brachten Stadtkapelle und Fanfarenzug mehrere gemeinsame Stücke zu Gehör, so den Marsch „Großherzog Friedrich von Baden“.

Dass die Stadtkapelle sich sehr gut mit Marschmusik auskennt, dafür sorgt am Pult Harald Weber, ein waschechter Militärmusiker. So konnte man an diesem Abend viele bekannte und anspruchsvolle Märsche wie „Der Herzog von Braunschweig“ oder den „Fehrbelliner Reitermarsch“ fein musiziert hören. Das Fanfarenkorps glänzte mit einem Bravourstück, das ihm – laut Vorsitzendem Volker Koch – vor zwei Wochen beim Niederrheinpokal einen ersten Preis mit Tagesbestleistung eingebracht hatte.

Etwas besinnlicher ging es zu bei der eingängigen Melodie von „Highland Cathedral“ mit der Stadtkapelle. Von deutschen Komponisten (Ulrich Roeder und Michael Korb) ersonnen, erfreut sie sich großer Beliebtheit und wird bei High-landgames und Military Tattoos mit Vorliebe gespielt. Die Stadtkapelle musizierte sie gesanglich und intonationssicher.

Mit „dem Bravourstück für Trompeten“, dem „Alten Dessauer“ glänzte der Mühlhausener Solist Stefan Salzinger. Treffsicher spielte er die kunstvollen Kapriolen des virtuosen Werks und wurde dafür vom Publikum mit viel Applaus gefeiert. Die Brüder Heinz und Horst Kummerow, beide schon über fünfzig Jahre aktiv, zählen zum „Urgestein“ der Wieslocher Stadtkapelle. Sie wurden an diesem Abend feierlich mit Präsenten in den musikalischen „Vorruhestand“ verabschiedet. Horst Kummerow wird weiter das Amt des Vorsitzenden ausüben, jedoch wollen die beiden sich aus anstrengender Konzertvorbereitung heraushalten und nur noch bei kleineren Auftritten mit geringerem Probeaufwand in Erscheinung treten.

Es folgte ein harmonisierter Zapfenstreich – eine Kombination aus Choral und militärischen Signalen und dem innigen Choral „Ich bete an die Macht der Liebe“ von Dimitri Bortniansky.

Nun spielte der Kraichgau Fanfarenzug noch drei Stücke und ließ auch die Fahnenschwinger noch einmal eine neue Choreografie vorstellen, bevor man wiederum eindrucksvoll durch das Publikum abmarschierte. Die Stadtkapelle beschloss den Abend in der bereits eingetretenen Dämmerung passend mit dem Abendlied von Johannes Brahms „Guten Abend, Gut’ Nacht“. Das Publikum dankte mit herzlichem Applaus.

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(M. Bierwald - mit freundlicher Genehmigung der RNZ)