Eröffnung des Kurpfälzischen Winzerfests mit Krönung der neuen Weinhoheiten

 

Weiße Bluse, zart gemustertes Mieder, einfarbiger Rock und Spitzenschürze, und das Ganze in einem Farbton, der etwa in der Mitte zwischen Apricot und Champagner liegt: Ein Traum von Dirndl! Auf dieses Modell haben sich die drei neuen Weinhoheiten des Kurpfälzischen Winzerfests geeinigt und damit direkt ins Schwarze getroffen.

 

Die Kurpfälzische Weinkönigin Marisa Metzger (Malsch) und ihre Prinzessinnen Rebecca Rieger (Malschenberg) und Wibke Falter (Hemsbach) wurden am Abend der offiziellen Eröffnung des Winzerfests bei ihrem Weg durch die Eisweinhalle hinauf auf die Bühne beinahe frenetisch gefeiert. Trompeten- und Fanfarenklänge begleiteten den feierlichen Auftritt und die mit Tausenden von Pailletten bestickten Kleider der Hoheiten verliehen dem Ganzen einen märchenhaften Glanz.

 

Die Krönung der drei frischgebackenen Repräsentantinnen des Kurpfälzer Weins nahm anschließend die scheidende Weinkönigin Katrin Filsinger vor. Sie und ihre Prinzessinnen Rebecca Grieb und Marisa Metzger hatten sich zu Beginn der Eröffnungszeremonie bei allen bedankt, die ihnen während ihrer einjährigen Regierungszeit zur Seite gestanden hatten. Es sei ein großes Vergnügen gewesen, den Wein auf nationaler sowie internationaler Ebene bis nach China zu bewerben. Ihre „Abkrönung“ nahm anschließend die amtierende Blütenkönigin Monia aus Hemsbach vor.

 

Wie es das Protokoll vorsah, ergriffen bei der Eröffnungszeremonie auch einige der Verantwortlichen für das Gelingen der Winzerfestwoche das Wort. Oberbürgermeister Franz Schaidhammer dankte nach der Begrüßung allen fleißigen Helfern, die bei der Vorbereitung des Fests im Einsatz gewesen seien. Der Geschäftsführer des Winzerkellers Wiesloch, Jürgen Bender, schilderte die großen Probleme, die durch die anhaltende Trockenheit dieses Sommers auf die Winzer zugekommen seien, und wünschte anschließend, dass nach seinem Abschied aus dem Berufsleben am Ende dieses Jahres die Tradition des Winzerfests noch lange erhalten bleiben möge. Den scheidenden Weinhoheiten sprach er ein großes Lob für ihre „fantastische Arbeit“ aus und überreichte ihnen einen Gutschein für den Besuch des Musicals „König der Löwen“ in Hamburg. Dass eine der beiden Prinzessinnen des Vorjahrs – in diesem Fall Marisa Metzger – im darauf folgenden Jahr die Chance habe, das Amt der Weinkönigin zu übernehmen, sei nun gute Tradition geworden, sagte er. Ein zusätzlicher Vorteil: Auch die Prinzessinnen Wibke und Rebecca können von ihren Erfahrungen als Weinköniginnen ihrer Heimatorte profitieren. Alle drei stellten sich nach ihrer Krönung dem begeisterten Publikum vor und gaben einen Leitspruch zum Besten: Sie dichteten zum Lob des Weins.

 

Diese Verse wollen wir unseren Lesern nicht vorenthalten. Prinzessin Rebecca: „Es steht die Rebe schon seit alten Zeiten und trägt die Frucht, aus der wir Wein bereiten. Sie wird noch nach uns von der Sonne zehren und immer wieder neuen Wein gebären.“ Prinzessin Wibke: „Wer Nüsse knackt und sie nicht isst, bei Jungfraun sitzt und sie nicht küsst, beim Weine weilt und schenkt nicht ein, der muss ein wahrer Holzkopf sein“. Und schließlich Weinkönigin Marisa I: „Der liebe Gott hat nicht gewollt, dass edler Wein verderben sollt. Drum hat er auch zum Saft der Reben den nötigen Durst dazu gegeben.“

 

Festwirt Hans Peter Küffner betonte, dass man für die kommenden Festtage bestens gerüstet sei, lobte die gute Zusammenarbeit mit OB Schaidhammer und Winzerkeller-Chef Bender und bedauerte, dass diese nun zu Ende gehe. Willi Lowinger, in dessen Händen wieder die Ausrichtung des Vergnügungsparks gelegen hatte, schloss sich dem an und wünschte allen viel Spaß beim Besuch der einzelnen Stände und Fahrgeschäfte. Bei einem Rundgang vor der Eröffnung des Winzerfests hatten er und OB Schaidhammer die dreißig Attraktionen einer Gruppe geladener Gäste vorgestellt. Der „Fliegende Teppich“ als Sensation steht am Haupteingang des Festplatzes, gefolgt vom „Dance-Express“, der Geisterbahn, dem „Hollywood-Star“, einem großen Autoscooter und vielen anderen großen und kleinen Möglichkeiten, Spaß und Spannung zu erleben. Außerdem sind Süßwaren-, Essens - und Losstände reichlich vorhanden.

 

Vom Feinsten war auch diesmal wieder die musikalische Gestaltung des Eröffnungsabends. Im Gerbersruhpark traf man sich nach dem Rundgang mit der Wieslocher Bevölkerung zu einem Gläschen „Freiwein“, gestiftet vom Winzerkeller. Hier begeisterte die Kraichgauer Trachtengruppe (Tanzleiter: Markus Blaser) mit anspruchsvollen traditionellen Tänzen ihr Publikum. Der Kurpfälzische Fanfarenzug Wiesloch unter Uwe Steinmann geleitete anschließend den kleinen Festzug in die Halle. Das Podium hatte man diesmal wieder an der Stirnseite aufgebaut, und davor war der Platz der Stadtkapelle mit ihrem Dirigenten Harald Weber. Von der herausragenden Qualität dieses Orchesters kann man einiges erwarten und wurde auch diesmal nicht enttäuscht. Höhepunkte waren die Auftritte von vier höchst unterschiedlichen Solisten: Stefan Salzinger (Trompete), Daniel Friedrich (Xylofon), Tine Groß (Sängerin) und Kai Schmidt-Eisenlohr mit einem fetzigen Song der „Toten Hosen“. Eine Winzerfest-Eröffnung ohne Moderator Horst Kummerow ist nur schwer denkbar. Auch diesmal absolvierte er seine Aufgabe wieder mit Geschick und Souveränität.

 

Die Stadtkapelle unterhielt das Publikum noch bis halb neun, danach übernahmen „Amber Hill“ das musikalische Szepter und zu später Stunde begann die „Wieslocher Partynacht“ mit DJ „Nachtrocker“.

 

von Gertrude Zielbauer

Wieslocher Nachrichten - Walldorfer Rundschau vom Montag, 31. August 2015,