Winterball mit zeitloser Musik

Musik verbindet die Herzen und Gemüter

Wiesloch - Die Stadtkapelle Wiesloch versteht es immer wieder mit einem ausgewählten Programm ihre Zuhörer zu den verschiedenen Veranstaltungen zu locken, so auch am vergangenen Samstag, als zum traditionellen Winterball unter dem Motto „Zeitlose Musik“ ins Palatin eingeladen wurde.


Es ist immer wieder schön zu sehen und zu hören, wie sich die Mitglieder der Jugendstadtkapelle von Jahr zu Jahr zu steigern. Ziel hierbei ist es jedem Mitglied der Jugendstadtkapelle den Sprung in das "große" Orchester, die Stadtkapelle, zu ermöglichen. Aber auch hier hört die Förderung nicht auf. Junge Musiker mit Potenzial haben bei der Stadtkapelle traditionell beste Möglichkeiten, sich beispielsweise als Solisten hervorzutun, oder bereits früh im Verein Verantwortung mit zu übernehmen.

Die Dirigentin Karin Seibel hatte für die diesen Abend den Yorkschen Marsch von Beethoven, Dr. Rockenstein von Steve Hodges und Habanera von Iwo Kouwenhoven, einstudiert,  der Applaus gab ihr und den Jungmusikern recht, auf einem guten Weg zu sein.

Bevor das Hauptorchester seinen Programmteil eröffnete, luden die Rorys zu einer Tanzrunde, damit dem Winterball auch tänzerisch Rechnung getragen wurde.

Die Moderation des Abends lag in den Händen der charmanten Musikerinnen Sandra Goldschmidt und Nicole Gärtner, amtierende Weinkönigin 2009. Sie gaben im Wechsel jeweils eine kurze Inhaltsangabe über Komponisten, Arrangeure  und Werke, die sich über eine Zeitspanne von etwa 150 Jahren zogen. Die Concert Fanfare in der Bearbeitung des Holländers Kees Vlak machte den Anfang, wobei bereits hier die Stadtkapelle die sämtliche Register zog und das Publikum auf den musikalischen Abend einstimmte. Bei der „Teufelszunge“ handelte es sich nicht um ein scharfes Chili-Gericht, sondern um eine musikalische Höchstleistung, welches jedem Solisten einiges an Können abverlangt. Solist Thomas Sturm meisterte diesen Titel mit Bravour und wurde mit lang anhaltendem Zwischenapplaus und einem Extralob  von Harald Weber belohnt.

Dem „König der Blasmusik“ Ernst Mosch, der über viele Jahrzehnte mit seinen Original Egerländer Musikanten durch die Welt tourte, war ein ganzes Medley gewidmet. In die Welt der Filmmusik entführte eine Potpourri von Henry Mancini, bei dem die Titel von „Frühstück bei Tiffany“, „Der rosarote Panther“ und „Hatari“ zu Gehör kamen, wobei sich hier einige Musiker und Musikerinnen als hervorragende Solisten vorstellten.

Die Liebeserklärung an die Musik, die von John Miles im Jahre 1976 komponierte Hymne „Music“ durfte an diesem Abend nicht fehlen. Wer von sich behaupten kann, dass die Musik seine erste Liebe war, der versteht auch mit welchem Einfühlungsvermögen dieses Stück von der Stadtkapelle wieder gegeben wurde – einfach genial. Als krönender Abschluss wurde die „Moonlight Serenade“ von Glenn Miller gespielt, ebenfalls weltberühmt und immer wieder gern gehört. Auch bei diesem Stück zeigte die Stadtkapelle ihr harmonisches Zusammenspiel und erntete einen rekordverdächtigen Schlussapplaus.

Dass solche Abend gerne zur Ehrung verdienter  Frauen und Männer eines Vereins genutzt werden, sollte auch beim Winterball  nicht anders sein. Sven Kummerow, 1. Vorsitzender, freute sich dafür den Kreisverbandsvorsitzenden Herbert Müller  begrüßen zu können, der es sich trotz familiärer Verpflichtungen nicht nehmen ließ, die Ehrungen vorzunehmen. In Zeiten, in denen das ehrenamtliche Engagement immer mehr rückläufig ist, freue er sich, dass sich im musikalischen Bereich insgesamt 1,3 Millionen Musiker und Musikerinnen einbringen, um eine kulturelle Grundversorgung zu garantieren.
Auch die musikalische Ausbildung der Jüngeren werde von diesen Musikern gefördert.

Geehrt wurden an diesem Abend für 10-jährige aktive Vereinstätigkeit Bettina Hofstätter, Henner Janssen und Nicole Gärtner, für 20 Jahre aktives Musizieren wurde Alexander Harmann ausgezeichnet und eine ganz besondere Ehrung erfuhr Heinz Kummerow. Seit fünf Jahrzehnten ist er aktives Mitglied der Stadtkapelle und wurde hierfür mit der Ehrennadel in Gold, Diamanten und der Jahreszahl ausgezeichnet. Fördernde Mitglieder seit 20 Jahren sind Gerda Gerold Heinrich reidel, Inge Steinicke, Maria Hammerlehle und Peter Anweiler, seit 30 Jahren unterstützen Christine Gelnner, Günther Scherb und Karlheinz Wagenblass die Stadtkapelle und gar als Urgestein, der früher selbst aktiv war, seit 60 Jahren die Stadtkapelle fördert ist Erich Bönisch. Mit einem Blumengebinde und flüssigen Geschenken wurde alle Geehrten für die Unterstützung gedankt.