• eigene Konzerte und sonstige eigene Veranstaltungen

Zur Finanzierung des laufenden Vereinsbetriebes wurden insbesondere seit dem Jahr 1976 zahlreiche Versuche mit verschiedenen Veranstaltungen unternommen. Über einige war die im Herbst im evangelischen Gemeindehaus Friedrichstraße durchgeführte Veranstaltung „Stelldichein beim Wein“ eine bei Musikern und Bevölkerung gleichermaßen beliebte Abendveranstaltung.

Aus der im Jahr 1981 als Pilotprojekt durchgeführten „Wieslocher Kerwe“ mit Kerweschlumpel und Horst Kummerow als Kerweborscht hat sich bis in die Neunziger Jahre das „Sommerfest der Stadtkapelle“ entwickelt, das alljährlich im kath. Laurentiusheim und auf dem Adenauerplatz gefeiert wurde.

Diese Veranstaltung wurde dann Anfang des neuen Jahrtausends abgelöst durch das „Schlachtfest“ das im Probenraum und auf der angrenzenden Wiese gefeiert wurde. Auch diese Veranstaltung war über Jahre hinweg fest im Veranstaltungskalender der Stadt verankert. Seit dem Jahr 2009 wird dieses Fest das in der Vorbereitung sehr arbeitsintensiv war, nicht mehr durchgeführt. Die daraus erzielten Einnahmen wurden durch Einnahmen aus zusätzlichen Auftritten der Stadtkapelle z.B. beim Kurpfälzischen Winzerfest kompensiert.

Das Kalenderjahr wurde bei der Stadtkapelle seit der Vereinsneugründung im Jahr 1956 traditionell durch die Winterfeier Mitte Januar musikalisch und gesellschaftlich eröffnet. Mit dem Umzug der Veranstaltung vom Saal des ehemaligen Hotels Pfalz (Ecke Hauptstraße-Schwetzinger Straße, heute Sparkasse) zunächst in den Saal des Hotels Adler (obere Hauptstraße) und dann in die alte Stadthalle in der Zähringerstraße nahm diese Veranstaltung ab Anfang der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts einen unerwarteten Aufschwung. Hauptprogrammpunkt dieser Winterfeiern war immer ein unterhaltsames Blasmusikkonzert das unter einem bestimmten Motto stand.

Besonders gelungen waren hier die Winterfeiern der Jahre 1979 mit Operetten und Musicalmelodien, 1981 mit Tanzmusik unter dem Motto „Wolln wir mal ein Tänzchen wagen“, 1983 mit einem Solistenkonzert sowie 1984 mit Filmmelodien. 1985 wurden dem Publikum kleine Gruppen der Stadtkapelle mit ihrem Programm vorgestellt. Vom Duo Flöte mit Tuba, über Holzbläserquintett, Dixiegruppe bis hin zur eigenen Gesangsgruppe und einer reinen Damenband reichte die musikalische Palette.

Über fast zwei Jahrzehnte hinweg war diese Feier, die in der Dekoration des Balls der Stadt Wiesloch in der Stadthalle stattfand, immer ausverkauft und die ständig wachsende Zahl an Orchestermitgliedern erforderten einen immer größer werdenden Bühnenraum.

Die Anzahl der Musikerinnen und Musiker war im Jahr 1986, zum 90jährigen Jubiläum auf 55 angewachsen.

Aufgrund dieser Tatsache wurde von der Stadtkapelle auch die Forderung nach dem Bau einer neuen Stadthalle unterstützt. Die Freude unter den Musikerinnen und Musikern über die Inbetriebnahme des Kultur- und Veranstaltungszentrums PALATIN im Jahr 1992 war denn auch entsprechend, war doch hier der Raum geboten in dem sich die neue Stadtkapelle Wiesloch sowohl konzertant aber auch mit ihrer Winterfeier so richtig entfalten konnte.

 

Stadtkapelle im Staufersaal des Palatin Wiesloch 1993

 

Mit  der ersten Winterfeier im PALATIN unter dem Motto „Circus Musicus“ wurden dann sowohl die technischen als auch die akustischen und optischen Möglichkeiten des neuen PALATIN so richtig ausgenutzt. Das Publikum war begeistert was die Stadtkapelle Wiesloch unter der Leitung des als Clown verkleideten Dirigenten Georg Hartlieb darbot.  Hervorzuheben sind die solistischen Darbietungen von Margret Zwirn-Schomerus und Harald Weber (beide Trompete) mit dem Lied „Oh mein Papa“, Sven Reidel mit  dem Xylophonsolo „Erinnerungen an Zirkus Renz“ oder Joachim Götz als Weißclown mit seinem Saxophon. Das Posaunenregister war ebenfalls als Clowns unterwegs und die Jugend begeisterte mit einer Vorführung als Lindwurm auf den Rollschuhen

Die Motto der in den folgenden Jahren durchgeführten Winterfeiern waren folgende:

1994        Festliche Musik
1995        Rock, Pop, Brass

Im Jahr 1996 wurde anlässlich des 100jährigen Bestehens der Stadtkapelle Wiesloch die Winterfeier als Jubiläumsball durchgeführt, wobei für jedes Jahrzehnt des Bestehens der Stadtkapelle ein besonderer Programmpunkt dargeboten wurde. Dies ging von der nachgestellten Gründungsbesetzung mit sieben Musikern, übe eine Glenn-Miller-Band ein reines Damenorchester bis hin zum Auftritt des Jubiläums-Orchesters mit damals 70 Musikerinnen und  Musikern.

Ab dem Jahr 1997 wurde die Winterfeier im PALATIN als Veranstaltung mit Ball-Charakter durchgeführt. Diese ebenfalls immer mit einem Konzertmotto, mit einer Tanzband und einer reichhaltigen Tombola. Auch diese Veranstaltungen waren mehr als ein Jahrzehnt unter den nachstehend aufgeführten Mottos immer sehr gut besucht und konnten so bis zum Jahr 2010 fortgeführt werden.

1997        Amerika
1998        Wiener Abend
1999        Musicals
2000        Millennium (Rückblick und Ausblick)
2001        Fiesta Latina
2002        Eurovisionen (anl. Einführung des Euro)
2003        So  klingts im Land (50 Jahre Baden-Württemberg)
2004        Italienischer Abend
2005        Britischer Abend
2006        Musik aus drei Jahrhunderten (anl. 110 Jahre Stadtkapelle)
2007        Danke Georg Hartlieb
2008        Filmmusik
2009        Oldies but Goldies
2010        Zeitlose Blasmusik

Da die Nachfrage von Seiten des Publikums leider nachließ mit entsprechenden wirtschaftlich negativen Auswirkungen wurde diese Veranstaltung ab dem Jahr 2011 zunächst einmal ausgesetzt um durch andere Veranstaltungen ersetzt zu werden. So wird ab Herbst 2010 ein Kirchenkonzert neu in den Kalender aufgenommen.

 

 

  • Stadtkapelle als Konzertveranstalter

Da mit dem Staufersaal im Palatin eine große Veranstaltungsstätte mit ausgezeichneter Akustik zur Verfügung stand, wagte sich die Stadtkapelle auch als Veranstalter und verpflichtete für den Herbst 1992 das weit über die Grenzen Deutschland bekannte Blechbläserensemble „Germann Brass“. Das Konzert wurde ein voller Erfolg, so dass German Brass noch zweimal, im Jahr 1994 und im Jahr 1996 nach Wiesloch kam.

Zum 110-jährigen Jubiläum im Jahre 2006 hatte die Stadtkapelle Wiesloch erstmals ein Musikkorps der Bundeswehr als Konzertveranstalter zu Gast. Das Heeresmusikkorps 6 aus Veits-Höchheim mit dem Wieslocher Musiker Albert Marko als Klarinettisten begeisterte das Publikum im gut besuchten Staufersaal des Palatin in Wiesloch.

Auf die Initiative von Dirigent Harald Weber, gestaltete desLuftwaffenmusikkorps 2 aus Karlsruhe im November 2008 das erste Großkonzert gemeinsam mit dem Heeresmusikkorps 10 aus Ulm in Wiesloch. Es folgten im Jahr 2009 ein Großkonzert gemeinsam mit dem Heeresmusikkorps 6 aus Veits-Höchheim und im Jahr 2010 erstmals ein Großkonzert mit internationaler Beteiligung. Das Repräsentationsorchester des Schweizer Armeespiels unter Hauptmann Bernhard Meier, begeisterten gemeinsam mit den Tambouren aus der Schweiz unter Stabsadjudant Philipp Rütsche das Wieslocher Publikum ebenso wie das Luftwaffenmusikkorps unter Major Martin Wehn. Im Jahr 2011 war das Gebirgsmusikkorps aus Garmisch-Partenkirchen als Gast im Palatin dabei. Im Jahre 2012 wurde dieses Luftwaffenkonzert in Walldorf durchgeführt, wo das Luftwaffenmusikkorps 1 aus Münster zu Gast war. Im November 2013 gab das Luftwaffenmusikkorps 2 aus Karlsruhe sein Abschiedskonzert in Wiesloch, weil dieses Orchester im Rahmen der Bundeswehrstrukturreform Ende März 2014 aufgelöst wurde. Das Wieslocher Publikum bereitete den Karlsruher Musikerinnen und Musikern einen bewegenden Abschied. Diese Konzerte waren Wohltätigkeitsveranstaltungen. Der Reinerlös wurde zum Teil dem Wieslocher Hospiz AGAPE und der Ausbildungsarbeit der Jugendstadtkapelle gemeinsam mit dem Projekt Bläserklasse zugeführt.


Seit dem Jahr 2011 veranstaltet die Stadtkapelle am Himmelfahrtstag, das Fest "Wein und Musik" als Familienfest in und an der Kelterhalle des Winzerkellers Wiesloch am Bögnerweg. Die Stadtkapelle bereitet den Gästen dann gemeinsam mit Gastkapellen einen unterhaltsamen Tag zu dem auch Kurpfälzer Spezialitäten beitragen. Dem Motto des Tages entsprechend ist eine vom Malteser Hilfsdienst dankenswerter Weise angebotenen Kinderbelustigung beliebter Bestandteil dieser Veranstaltung. Seit 2013 feiern katholische und evangelische Christen an Himmelfahrt in der Kelterhalle einen okumenischen Gottesdienst zum Auftakt dieses Festes.