Im Jahr 1992 nahm die Stadtkapelle erstmals am Blasmusikwettbewerb des Südwestrundfunks Baden-Württemberg (SWR 4) teil. Sie musste im Vorentscheid in Tauberbischofsheim antreten. Da die Entscheidung über ein Weiterkommen durch das Publikum nach Stärke des Beifalls (!?) getroffen wurde, hatte die Stadtkapelle Wiesloch, trotz einer hervorragenden musikalischen Leistung gegen das Orchester aus Tauberbischofsheim keine Chance. Zur „Wiedergutmachung“ wurde die Stadtkapelle dann vom SWR zu einer Sendung in Ludwigsburg eingeladen, die dann vom Fernsehen aufgezeichnet wurde und zur besten Sendezeit dann auch zu sehen war. Besser lief es hingegen bei der zweiten Teilnahme im Jahr 1994, als die Stadtkapelle den Regionalentscheid für Nordbaden in Sinsheim gegen starke regionale Konkurrenz gewann. Bei der Endrunde in Schwäbisch-Gmünd belegte die Stadtkapelle dann den 4. Rang. Bei insgesamt 80 Orchestern, welche sich an diesem Wettbewerb beteiligt hatten war das für Georg Hartlieb und seine Musikerinnen und Musiker ein Erfolg. Auch diese Endrunde wurde im Fernsehen übertragen.

Bei der Generalversammlung im Herbst 1992 kandidierte Klaus Adam, der dieses Amt 10 Jahre erfolgreich ausgeführt hatte, nicht mehr für den Vorsitz. Horst Kummerow kandidierte für das Amt, nicht zuletzt um das für das Jahr 1996 bevorstehende 100-jährige Jubiläum der Stadtkapelle an verantwortlicher Stelle vorbereiten zu können und wurde auch mit überwältigender Mehrheit gewählt.

Einen weiteren Erfolg auf Verbandsebene konnte die Stadtkapelle im Jahr 1994 beim Wertungsspiel des Kreisverbandes Rhein-Neckar in Waldwimmersbach erringen, bei dem sie als einziges Orchester in der Höchststufe die Note „Sehr gut“ erreichte.

Höhepunkt in der bis dahin 100-jährigen Geschichte war zweifelsohne das Jubiläumsjahr 1996. Mit Horst Kummerow als Vorstandsvorsitzenden hatte der Vorstand in der Besetzung Klaus Adam (Stellvertreter des Vors.) Anette Hilswicht (Kassiererin), Birgit Hecker (Schriftführerin) Anja Solberg (Jugendleiterin), Carsten Mittmann und Willi Marko (Beisitzer) ein umfangreiches Jubiläumsprogramm erstellt.

Äußerlich bekam die Stadtkapelle eine neue Vereinskleidung mit zivilem Charakter, welche die alte Uniform ablöste. Auch mit einem neuen Logo, dem Namenszug der Stadtkapelle Wiesloch vor der Kulisse der Stadt konnten die Organisatoren aufwarten:


neues Logo der Stadtkapelle im Jahr 1996

Folgende Veranstaltungen wurden im Rahmen des Jubiläums durchgeführt:

  • Januar 1996: Jubiläumsball im PALATIN mit der Musik aus zehn Jahrzehnten Stadtkapelle


  • März 1996: Ensemblekonzert mit Bläserensembles der Stadtkapelle sowie Gästen von der kath. Kirchenmusik Dossenheim, des Nußlocher Kammerorchesters und dem Klarinettenensemble des Heeresmusikkorps 12 aus Veits-Höchheim mit dem Wieslocher Musiker der Stadtkapelle Albert Marko
     
  • Mai 1996:  Jubiläumsbankett mit Herrn Staatsminister MdB Bernd Schmidbauer als Festredner und Überreichung der vom Herrn Bundespräsidenten Roman Herzog an die Stadtkapelle Wiesloch verliehenen Plakette „Pro Musica“ durch Herrn Oberbürgermeister Gustav Bylow.
     
    Kreisverbands-Musikfest des Blasmusikverbandes Rhein-Neckar im PALATIN mit Wertungsspielen, Radio-Frühschoppen live, Konzert der Musikkapelle Taisten und Jubiläumsumzug „Musik und Blumen“ unter Einbeziehung des Sommertagszuges mit einem überwältigenden Gemeinschaftskonzert von 10 Kapellen im Schillerpark und anschließendem gemeinsamen Aufmarsch der Kapellen zum PALATIN


Verleihung der Plakette „Pro Musica“ durch Oberbürgermeister Gustav Bylow an Horst Kummerow


  • August 1996: Partnerschaftstreffen im Rahmen des Kurpfälzischen Winzerfestes mit der Schützenkapelle Holzheim bei Neu-Ulm unter Harald Weber, dem Orchester der Heidelberger Straßenbahner unter Joachim Götz und der kath. Kirchenmusik Dossenheim unter Alexander Hamann. Bei den Dirigenten dieser Orchester handelt es sich um Aktive der Stadtkapelle Wiesloch.
     
  • Oktober 1996:  German-Brass, nach 1994 zum zweiten Mal mit einem begeisternden Konzert in Wiesloch
     
  • Dezember 1996: Jubiläumsgottesdienst mit der Ehrung der Verstorbenen der Stadtkapelle mit musikalischer Begleitung des Gottesdienstes durch die Stadtkapelle Wiesloch in der kath. Pfarrkirche St. Laurentius.
     
    Solistenkonzert der Stadtkapelle Wiesloch mit den Solisten Xaver Frank (Horn), Joachim Götz (Klarinette), Karl-Heinz Glöckner (Tuba), Albert Marko (Klarinette) Harald Weber (Trompete), Günter Scherb (Posaune) an der Orgel begleitet von Dieter Kegelmann in der ev. Stadtkirche.


Alle Veranstaltungen in diesem Jahr waren ausnahmslos sehr gut besucht und bescherten der Stadtkapelle Wiesloch hohe gesellschaftliche Anerkennung nicht nur in Wiesloch sondern auch weit darüber hinaus.

In diesem Jubiläumsjahr wurde auch noch der Besuch in der amerikanischen Partnerstadt Sturgis vorbereitet und durchgeführt, was für die Verantwortlichen und die Musikerinnen und Musiker eine besondere Herausforderung darstellte.

Ein glanzvolles, durch viel Arbeit aber auch viel Erfolg geprägtes Jahr war vollendet. In vielen Dingen, wie z.B. bei der Durchführung des Kreisverbandsmusikfestes hat die Stadtkapelle Maßstäbe gesetzt!

Nicht zuletzt der Ablauf des Jubiläumsjahres und die in den neunziger Jahren erzielten Erfolge bei Wettbewerben machten deutlich, welche musikalische Substanz Georg Hartlieb in den Jahren seit Aufnahme seiner Tätigkeit im Jahr 1977 in der Stadtkapelle herangebildet hatte.

Diese Arbeit in der Stadtkapelle und an der Musikschule hat nicht nur der Stadtkapelle sondern auch einzelnen Musikern völlig neue berufliche Perspektiven eröffnet. Einige der jungen Musiker haben nämlich aus ihrem Hobby einen Beruf gemacht. So sind heute Klaus Haberstroh als Posaunist beim Staatstheater Oldenburg, Karl-Heinz Glöckner als Tubist beim Gürzenich-Symphonieorchester Köln, Albert Marko als Klarinettist beim Heeresmusikkorps 12 Veits-Höchheim, Bernhard Ostertag als Trompeter bei der Kammerphilharmonie Bremen, sowie Harald Weber als Solotrompeter beim Luftwaffenmusikkorps 2 in Karlsruhe fest engagiert. Hinzu kommen Joachim Götz (Klarinette und Saxophon) und Günter Scherb (Posaune) die als Musikpädagogen das in Wiesloch Erlernte an ihre Schüler weitergeben.

Aber nicht nur im Bereich der klassischen Musik wurden Grundlagen für „Karrieren“ gelegt. Mit Robert „Rob“ Göhring, Peter Quintern, Jan-Hinrich Brahms und Stefan Breuer machten auch Mitglieder der Jugendstadtkapelle Wiesloch mit der bekannten Ska-Band „The Busters“ Karriere als Berufsmusiker mit weiteren Engagements bei anderen Top-Bands.


100 Jahre Stadtkapelle Wiesloch 1996


Vierte Reihe: Tenorhorn: Heinz Kummerow, Anette Laier, Hermann Schneeberger, Cornelia Solberg, Bariton: Ute Gärtner, Michael Filsinger, Horst Kummerow, Posaune: Andrea Walter, Christine Waibel, Martin Waibel, Ralf Panzer, Tuba: Martin Heinzmann, Uwe Gärtner, Uwe HIlswicht, Dieter Hoffmann,
Dritte Reihe: Es Horn: Julia Pickles, Gerhard Hecker, Xaver Frank, Angelika Scherb, Posaune: Dagmar Becker, Norbert Bönisch, Günter Scherb, Schlagzeug: Ralf Engelhorn, Trompete: Herby Lotsch, Michael Müller, Margret Zwirn-Schomerus, Inge Hoffmann, Harald Weber, Karin Rothenhöfer, Inga Petruschka,
Zweite Reihe: Saxophon: Nina Reidel, Georg Adam, Hildegard Ostertag, Kurt Oppl, Wendelin Kollar, Anja Solberg,Schlagzeug: Sven Reidel, Thomas Hammer, Klarinetten: Klaus Adam, Eugen Wickenhäuser, Annette Deschner, Christian Kosubek, Flügelhorn: Philipp Hassler, Dieter Goldschmidt, Birgit Hecker, Willi Marko, Helmut Glöckner,
Erste Reihe: Fagott: Julia Mangin, Carsten Mittmann, Klarinette: Joachim Götz, Jochen Adam, Dirigent: Georg Hartlieb, Klarinette: Jutta Goldschmidt, Christine Werner, Tatjana Kummerow, Beate Hammen, Stefanie Filsinger, Flöten: Sandra Heilig, Sandra Müller, Melanie Kummerow, Imke Brahms-Engelhorn


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