Im Mai 1976 wurde mit einem Jubiläumskonzert und einer feierlichen Messe das 80jährige Jubiläum eröffnet.


Vom 18. bis 20. Juni 1976 wurde mit einem Musikfest auf dem Festplatz in der Gerbersruhe das 80jährige Jubiläum in gebührender Art und Weise gefeiert. Das Festprogramm gibt Zeugnis von einem Treffen von 10 Blasorchestern aus der Region. Zu den Höhepunkten des Festes zählten die Weiß-Blaue Stimmungsparade mit dem Bayern- und Gebirgstrachtenverein aus Heidelberg und der Festzug als Blumencorso unter dem Motto Musik- und Blumen unter Beteiligung von damals allen sieben Wieslocher Autohäusern.

 
Zum Winzerfest 1976 war als erste Gastkapelle die Musikkapelle Taisten aus dem Südtiroler Pustertal bei der Stadtkapelle Wiesloch zu Gast. Einige Wieslocher Musiker sind seit den harmonisch verlaufenen Tagen in Wiesloch mit den Taistner Musikern freundschaftlich verbunden.

 

 

Stadtkapelle Wiesloch im Jahr 1976

 

 hintere Reihe: Willi Marko, Herbert Müller, Albert Marko, Klaus Haberstroh, Ernst Merkhofer, Alfred Panz, Norbert Bönisch, Peter Langendörfer, Helmut Glöckner,
mittl. Reihe: Heinz Mayer, Gerhard Ripperger, Klaus Adam, Georg Adam, Karl Ulmer, Wendeling Kollar, Rainer Winter, Ferdinand Ehler, Reiner Ulmer, Gerhard Fritscher, Heinz Kummerow,
vord. Reihe: Gerhard Hecker, K.Herrmann. Josef Ziegler, Christine Hohmann, Horst Kummerow, Marion Stephan, Karl Ullrich, Jutta Hecker, Kurt Oppl, Erich Bönisch

 

 

Nach dem 80jährigen Jubiläum legte Josef Ziegler aus gesundheitlichen Gründen die Dirigentschaft nieder. Ein neuer Dirigent wurde gesucht und gefunden. Im Rahmen der Winterfeier 1977 wurde Josef Ziegler als Dirigent verabschiedet und Georg Hartlieb als neuer Dirigent der Stadtkapelle Wiesloch der Öffentlichkeit vorgestellt.

 


 

 

 

Georg Hartlieb, aus dem Nachbarort Malsch stammend, war zunächst während einer vierjährigen Dienstzeit Mitglied verschiedener Musikkorps der Bundeswehr, um dann ein Musikstudium an der Staatlichen Hochschule für Musik und Theater Heidelberg aufzunehmen. Er war zur damaligen Zeit als Musiklehrer an der Sing- und Musikschule Heidelberg und als nebenamtliche Lehrkraft an der Jugendmusikschule Südliche Bergstraße Wiesloch tätig. Mit Georg Hartlieb war ein Fachmann ausgewählt worden, der die persönlichen Voraussetzungen hatte, die in der Zielkonzeption aus dem Jahr 1974 angesprochenen Ziele verwirklichen zu helfen.

 

Das die Dirigentschaft von Georg Hartlieb der Stadtkapelle Wiesloch eine über 30 Jahre dauernde sehr positive Entwicklung bringen würde, hatte im Jahr 1977 niemand erwartet.

 

Die ersten Auftritte mit Georg Hartlieb verliefen sehr positiv. Neben einem Gemeinschaftskonzert mit der Liedertafel Altwiesloch im Dreifaltigkeitssaal in Wiesloch ist hier auch der Gegenbesuch bei der Musikkapelle Taisten in Südtirol über Pfingsten 1977 zu erwähnen.

 

Zur Winterfeier 1978 stellte sich Georg Hartlieb mit neuem Repertoire der Öffentlichkeit vor. Besonders bei der Arbeit mit der Jugend gab es Riesenfortschritte, die neu begründete „Jugendstadtkapelle“ entwickelte sich zu einem prächtigen Klangkörper. Georg Hartlieb war in der Zwischenzeit, auf Initiative der Stadtkapelle Wiesloch, als Lehrer für Blechblasinstrumente bei der Jugendmusikschule Südliche Bergstraße mit Sitz in Wiesloch hauptamtlich angestellt und konnte so Impulse für die Entwicklung der Blasmusik in unserer Region geben, die über die Arbeit mit der Stadtkapelle und der Jugendstadtkapelle weit hinausgingen.

 

Die Stadtkapelle Wiesloch und die Jugendstadtkapelle Wiesloch waren Orchester, die beide auf einmal zu den jeweils besten im Kreisverband und zum Teil auch darüber hinaus zählten und akzeptiert wurden.

 

Georg Hartlieb förderte nicht nur die Arbeit im Blasorchester sondern initiierte auch zahlreiche Ensembles. Posaunenquartett, Big Band der Stadtkapelle, Kurpfälzer Blechbläserquintett und die Dixiegruppe „Southern Mountain Street Ramblers“ waren Gruppen, die von Georg Hartlieb begründet wurden und die zum Teil auch noch im neuen Jahrtausend Bestand haben.

 

Die erfolgreiche Teilnahme am Wertungsspiel des Kreisverbandes 1979 in Meckesheim, wo es in der Oberstufe einen 1. Rang gab, bestätigte den richtigen Weg der vom Vorsitzenden Horst Kummerow und vom Vorstand intensiv gefördert wurde.

 

Mit dem erstmaligen erfolgreichen Auftritt der Stadtkapelle Wiesloch bei einem Wertungsspiel in der Höchststufe in Rot im Jahr 1981, wo mit der Darbietung der „New Baroque Suite“ von Ted Huggens und der „Suite in Es“ von Paul Huber ein 1. Rang mit Auszeichnung erreicht wurde, sah der Vorsitzende Horst Kummerow seine 8jährige zielgerichtete Aufbauarbeit als zunächst beendet an.

 

Er hatte sein Amt übernommen, als die Stadtkapelle aus weniger als 20 Musikern bestand. Durch immer neue Ideen und Tatkraft war er zusammen mit Georg Hartlieb Architekt und Motor der neuen Stadtkapelle.

 

Klaus Adam, der bisherige stellvertretende Vorsitzende übernahm ab Herbst 1982 das Amt des Vorstandsvorsitzenden.

 

Als Probelokal der Stadtkapelle diente zunächst in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg das Gasthaus „Zur Blume“ (Ecke Blumenstraße/Hauptstraße), dann nach dem Neubau der Gerbersruhschule deren Musiksaal und ab Ende der siebziger Jahre ein von den Aktiven der Stadtkapelle in Eigenarbeit ausgebauter Raum im Bauhof des Städtischen Wasserwerke zwischen Wiesloch Stadt und dem Bahnhof Wiesloch-Walldorf.

 

Da dieser Raum die ständig wachsende Anzahl von Musikerinnen und Musikern nicht mehr fassen konnte, machte sich Klaus Adam auf die Suche nach einem geeigneten Probelokal. Er wurde fündig im ehemaligen Gerbereigebäude der früheren Wieslocher Schuhfabrik Greif in der Schwetzinger Straße. Hier konnte im Jahr 1987 in Eigenarbeit ein zweckmäßig gestalteter Proberaum mit Küche für evtl. Veranstaltungen sowie ein Geschäftszimmer und einem Raum für Instrumente und Ausrüstungen sowie ein großer Wandschrank für die Noten eingerichtet werden. Klaus Adam war nicht nur für den Umbau und die Einrichtung federführend und mit den meisten Arbeitsstunden auf der Baustelle. Er ist seit dem Einzug auch als „Hausmeister“ für die Erhaltung und Pflege der Anlage zuständig. Darüber hinaus ist Klaus Adam seit mehr als einem Jahrzehnt auch als Notenwart für die Pflege und Ergänzung des umfangreichen Notenmaterials zuständig.

 

Im Jahr 1985 kam die Stadtkapelle ebenfalls erfolgreich mit der Note „Erster Rang mit Auszeichnung“ in der Höchststufe vom Wertungsspiel des Kreisverbandes in Rettigheim zurück.

 

Das Jahr 1986 stand ganz im Zeichen des 90-jährigen Bestehens der Stadtkapelle. Neben einem Festgottesdienst und einem Festkonzert mit Ehrungen wurde das Jubiläum mit zahlreichen Gastkapellen im Rahmen des Kurpfälzischen Winzerfestes gefeiert.


 

Stadtkapelle Wiesloch im Jahr 1986

4. Reihe: Uwe Gärtner, Dieter Hoffmann, Karl-Heinz Glöckner, Robert Göhring, Ralf Engelhorn, Alfred Panz, Christof Hammer, Thomas Hammer, Andreas Unglaube, Jan-Hinrich Brahms, Andrea Filsinger, Bernd Stang
3. Reihe: Heinz Kummerow, Hermann Schneeberger, Carsten Mittmann, Anette Hilswicht, Ute Hecker, Michael Filsinger, Horst Kummerow, Karl Ullrich , Gerhard Hecker, Wendelin Kollar, Georg Adam, Lothar Merkhofer
2. Reihe: Manfred Jurkewitz, Werner Engelhard, Harald Weber, Ernst Merkhofer, Inge Hoffmann, Albert Marko, Joachim Götz, Kurt Oppl, Christine Weber, Birgit Hecker ,Willi Marko, Helmut Glöckner, Dieter Goldschmidt, Rudi Filsinger,
1. Reihe: Eugen Wickenhäuser, Thomas Gruß, Jutta Goldschmidt, Birgit Ripperger Georg Hartlieb, Klaus Adam, Thomas Stang, Eva Mell, Imke Brahms, Uwe Stang
es fehlen: Günter Scherb, Norbert Bönisch, Xaver Frank, Eva Schneider, Heinke Brahms, Hildegard Ostertag, Ralph Panzer

 

 

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