Konzertberichte


Passender hätte das Ambiente am Sonntagnachmittag für ein Adventskonzert nicht sein können - Leichter Schneefall, weiß bepuderte Dächer, Glühweinduft in der Luft. So wurden die zahlreichen Besucher des Adventskonzerts der Stadtkapelle Wiesloch in der stimmungsvoll beleuchteten evangelischen Stadtkirche empfangen.

Schnell war die Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt und die Besucher erwarteten voller Spannung, das Dirigent Harald Weber den Taktstock für das erste Stück hob.

Ein Vergnügen für Musiker wie Publikum

Norbert Bönisch, der Vorsitzende der Stadtkapelle Wiesloch, wünschte den Besuchern beim Benefizkonzert im Staufersaal des Palatins „einen Abend, um sich an der Musik zu erfreuen“. Die Protagonisten, das Heeresmusikkorps Ulm der Bundeswehr und die „Schweizer Militärmusik Rekrutenspiel“ erfüllten diese nette Aufforderung in allen Belangen.

Bereits der Start gestaltete sich vielversprechend. Durch die Reihen des Publikums marschierte das Heeresmusikkorps ein, war mit einem Dixie flott unterwegs und interpretierte jenes Lied, mit dem einst der Außenminister und spätere Bundespräsident Walter Scheel den Sprung in die Charts schaffte, mit viel Freude und Spaß: „Hoch auf dem gelben Wagen“. Das 55-köpfige Ensemble, bei dem auch Harald Weber, der Dirigent der Stadtkapelle Wiesloch, seinen Dienst an der Trompete versieht, war nach den Worten seines Chefs, des Oberstleutnants Matthias Prock, sehr gerne nach Wiesloch gekommen. „Es ist uns eine außerordentliche Freude, hier aufspielen zu können“, betonte der Dirigent. Und dies merkte man den Mitgliedern des Korps an, der Funke sprang schnell über auf die Besucher im vollen Saal.

Die Stadtkapelle hatte für ihr Open-Air-Konzert auf dem Marktplatz „warme Temperaturen, eine leichte sommerliche Brise, stimmungsvolle Musik und dazu ein gutes Glas Wein“ versprochen. Als dann der Walzer „Fast himmelblau“ von Kurt Gäble erklang, hätte man das Wörtchen „fast“ an diesem sommerlichen Abend getrost streichen können. Über Wiesloch präsentierte sich der Himmel wolkenlos, die erfrischende Brise setzte ein und war für die zahlreichen Besucher eine willkommene Begleiterscheinung. So konnte die Stadtkapelle unter der Leitung von Harald Weber unter besten Voraussetzungen aufspielen.

Beim Jahreskonzert der Stadtkapelle Wiesloch wurden wieder einige Mitglieder für ihre langjährige aktive wie auch passive Treue zum Verein geehrt.

Als Repräsentant des Blasmusikverbands Rhein-Neckar verlieh Günther Rauchmann den verdienten Mitgliedern die Auszeichnungen für ihren Einsatz. Denn es sei wichtig und gerecht, diese Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, aktiv einbringen und ihre freie Zeit investieren, zu ehren.

Mit gleich zwei Jubiläen und etlichen Ehrungen hatte die Stadtkapelle Wiesloch allen Grund zu feiern: Sowohl das zehnjährige Dirigentenjubiläum von Harald Weber als auch die Jugendstadtkapelle mit ihrem 40-jährigen Bestehen wurden beim großen Jahreskonzert im Staufersaal des Palatins gebührend gewürdigt.

Diesen besonderen Anlass zelebrierten die insgesamt drei Orchester wie gewohnt mit einem facettenreichen Programm. Wieder einmal zeigte sich, dass Blasorchester schon immer mehr konnten als klischeehafte Marschmusik. Trotzdem steckt dahinter auch ein Fünkchen Wahrheit, denn traditionsgemäß gehören Märsche einfach zum festen Repertoire einer jeden Blaskapelle. So auch bei der Stadtkapelle – eröffnet wurde der Abend von den Nachwuchsmusikern der Juniorband unter der Leitung von Karin Seibel mit „Let’s march“.